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Das Anschreiben - Schritt für Schritt


Welche Aussage in welcher Reihenfolge?
Du musst dir erst einmal darüber klar werden, welche Aussagen du in welcher Reihenfolge machen willst. Als Erstes müssen also alle Schlagwörter oder Sätze die in das Anschreiben könnten, aufgeschrieben werden! Danach werden sie nicht nur präzise ausgewählt, sondern auch geordnet und dann fällt das Formulieren schon viel leichter! Die Devise heißt also: Erst einen Plan erstellen und dann formulieren!!!

Doch was muss man im Anschreiben grundsätzlich beachten?

Hier 3 Arbeitshilfen, die du dir vorher unbedingt bewusst machen solltest:

  1. Versetze dich in die Position des Arbeitgebers! Was möchte dieser gerne von dir wissen? Warum bist du für die Ausbildungs- oder Arbeitsstelle genau richtig? Was ist unwichtig? Was unangebracht oder unprofessionell?
  2. In deinem Anschreiben hast du keinen Platz, sämtliches „Für“ und „Wider“ zu schildern. Lass es deshalb gleich ganz! (Zur Erinnerung: Du hast nur eine DIN A4 Seite für das Anschreiben zur Verfügung! Also: „Kurz und knackig!")
  3. Keine Entschuldigungen oder Mitleidstouren!
Drücke dein Interesse aus und gehe gegebenenfalls auf den Anzeigentext ein! Also: Kurze und klare Begründungen, warum du den Ausbildungsplatz oder die Arbeitsstelle haben willst und warum du dafür geeignet bist! Nutze das Anschreiben, um deine Fähigkeiten darzustellen, also deine Stärken und nicht deine Schwächen!

Am einfachsten ist es immer, sich erst einmal häufig gemachte Fehler anzusehen, um diese dann selbst zu vermeiden:

Was ist also falsch?
  1. Fachliche Anforderungen werden nicht erkannt:z.B: Die Zeugnisnote 1 im Fach Musik eignet sich nicht zur Begründung für eine Ausbildung zur Bürokauffrau ...
  2. Passivität und Passivsätze:z.B.: meine Eltern sagen...oder: z.B.: ich wurde in der Küche eingesetzt => richtig: ich arbeitete in der Küche
  3. Profillosigkeit z.B.: ich wusste noch nie so recht, was ich machen soll...
  4. Ehrlichkeit? z.B.: ich will auch Reiseverkehrskauffrau werden, weil ich billig reisen möchte..Also: Ehrlichkeit kennt Grenzen!
  5. Leere Floskeln für persönliche Fähigkeiten z.B.: ich habe Organisationstalent, bin teamfähig... Solche Floskeln sind ohne Beispiele und Belege nicht aussagekräftig. Besser also z.B.: Die letzen beiden Sommerfeste an unserer Schule habe ich mit zwei anderen Klassenkameradinnen erfolgreich geplant und durchgeführt.
  6. Negativ- und Nicht-Formulierungen z.B.: ich bin nicht schnell unkonzentriert => richtig: ich kann mich gut konzentrieren oder: ich war arbeitslos => richtig: ich war Arbeit suchend
  7. Selbstanklagen z.B.: ich weiß, ich habe schlechte Noten.. (dazu können Sie sich im Vorstellungsgespräch äußern, wenn Sie danach gefragt werden)
  8. Übertriebene Selbstdarstellung z.B.: ich bin ein Genie
  9. Formfehler z.B.: zu Händen Frau Schmidt „zu Händen“ schreibt man schon lange nicht mehr auch im Datum sollte kein „den“ vor der Datumsangabe und in der Betreffzeile kein „Betr.“ stehen. Außerdem: bitte keine Abkürzungen im Anschreiben ( wie z.B., u.a. usw...) (die einzig mögliche Abkürzung ist die Abteilung (Abt.) in der Firmenanschrift) und keine Wiederholungen (ich habe,,...ich bin,.. ich möchte..)

Was ist also richtig?
  1. Erkenne die fachlichen Anforderungen!
  2. Zeige Aktivität!
  3. Stelle dich sich dar und gebe Beispiele für deine persönlichen Fähigkeiten!
  4. Beschreibe ohne zu bewerten oder formuliere positiv!
  5. Spreche die Firma oder den Ansprechpartner mindestens zweimal an: z.B. in Ihrem Unternehmen, Sie mir die Möglichkeit zu eine persönlichen Gespräch...
  6. Der absoluter Pluspunkt: Berufsnähe zeigen!


So gut gerüstet kann es losgehen!
Schritt 1:
Beachten Sie die oben genannten Kriterien und fangen Sie an, alle Aussagen aufzulisten, die Ihnen für das Anschreiben einfallen. Prüfen Sie dann, ob die Aussagen für das Anschreiben richtig oder falsch sind! Die Reihenfolge ist dabei erst einmal egal.

Hier das Beispiel einer jungen Frau, die gerne Reiseverkehrskauffrau werden möchte:

Entscheiden Sie: RICHTIG ODER FALSCH?
  • Zurzeit besuche ich die 10. Klasse der Schüllerschule und werde voraussichtlich im Sommer dieses Jahres meine Schulzeit mit dem Realschulabschluss beenden. Danach möchte ich gerne Reiseverkehrskauffrau werden.
  • Ich interessiere mich für Ihren Ausbildungsplatz, weil ich im Sommer die Schule beende.
  • Die Anwendungsprogramme des MS-Officepaketes sowie das Umgehen mit dem Internet sind für mich selbstverständlich und bereiten mir sehr viel Spaß.
  • Einige meiner Schulnoten sind nicht so gut, aber das liegt nur daran, dass unser Lehrer so streng ist.
  • Während der Schulzeit absolvierte ich ein 3-wöchiges Praktikum im


Biber-Reisebüro, was mein Berufswahl bestätigte. Ich habe dort Aufgaben im Rechnungswesen und in der Büroorganisation näher kennen gelernt. Dies hat meinen Ausbildungswunsch bestätigt.


  • Meine Arbeitsberaterin und meine Eltern meinten, dass ich mich hervorragend für die Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau eigne.
  • Mein kaufmännisches Interesse, meine Computerkenntnisse und meinen Spaß am Umgang mit Menschen möchte ich gerne in der Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau einsetzen und weiter ausbauen.
  • Ich weiß ganz sicher, dass ich für die Ausbildung geeignet bin, da ich schon immer gerne in fremde Länder gereist bin.
  • Von meiner Freundin Annegret Singer erfuhr ich von Ihrem netten, produktiven Arbeitsklima.


Na, welche sind RICHTIG? Und welche sind FALSCH?

Jetzt sind Sie dran!
Formulieren Sie Aussagen für sich selbst! Das ist Schritt 1!

Wenn Sie für sich selbst alle Aussagen aufgelistet haben, kann Schritt 2 folgen.



Schritt 2:

Alle relevanten Aussagen, die Sie treffen wollen, müssen in die richtige Reihenfolge gebracht werden und es muss geprüft werden, ob dann alles Wichtige im Anschreiben enthalten ist! - Versuchen Sie es doch einmal!

Die richtige Reihenfolge im Idealfall:


  1. Wie haben Sie von der Ausbildungs- bzw. der Arbeitsstelle erfahren? Warum bewerben Sie sich bei der Firma?
  2. Welches sind Ihre konkreten berufsbezogenen Kompetenzen, Fertigkeiten, Fähigkeiten und Qualifikationen? Und woher/wodurch haben Sie diese?
  3. Stellen Sie nun 1-2 allgemeine Eigenschaften (z.B. Organisationstalent und Teamfähigkeit) dar, die Sie für die Ausbildungsarbeitsstelle empfehlen. Beispiele und Belege nicht vergessen!
  4. Was erhoffen Sie sich als konkrete Reaktion auf diese Bewerbung, z.B.: „Wenn ich Ihr Interesse wecken konnte, freue ich mich auf ein persönliches Gespräch.“
  5. Schlussformel (Gruß)



Schritt 3:

Formulieren Sie aus den nun geordneten Aussagen eines Abschnitts, gut klingende Sätze, die logisch zueinander passen.


Schritt 4:

Lassen Sie Ihren Textentwurf unbedingt von mehreren Personen „gegenlesen“ und erarbeiten Sie erst dann unter Berücksichtigung dieser Anregungen den endgültigen Text Ihres Bewerbungsschreibens!

Fast geschafft!

Jetzt muss nur noch die Form gewahrt werden! Vergleichen Sie für die Neuerungen und die exakten Zeilenabstände stets die aktuelle DIN-Norm, die Sie z. B. im Internet leicht finden!

Hier noch einmal alle wichtigen Dinge und auch die, die gerne falsch gemacht werden:


  • Oben rechts stehen Ort und Datum der Bewerbung. Achtung: Das „den“ hinter dem Komma lässt man weg! (z.B. Hannover, 20.07.2006)
  • Ihre Anschrift kommt oben links auf das Papier! Unter der PLZ und dem Ort folgen Ihre Telefonnummer und eventuell eine Emailadresse!
  • Darunter steht die Anschrift des Betriebes, bei dem Sie sich bewerben. Achtung: Zwischen Straße und Ort wird keine Leerzeile mehr eingefügt! Achtung: Auch z. Hd. oder dergleichen ist veraltet! Der Ansprechpartner reicht!
  • Nun folgt die Betreffzeile. Achtung: Man weiß, dass an dieser Stelle der Betreff folgt, man schreibt dies nicht mehr ausdrücklich! Schön ist es aber, die Betreffzeile z. B. durch eine „fette Schrift“ hervorzuheben.
  • Bitte machen Sie nun nicht den Kardinalfehler; indem Sie nun „Sehr geehrte Damen und Herren“ schreiben! Dies ist nur möglich und fast nie empfehlenswert, wenn Sie den Ansprechpartner nicht kennen! Achtung also: Haben Sie Ihren Ansprechpartner persönlich angesprochen?
  • Jetzt können Sie Ihren Text für das Anschreiben einfügen und zwar genauso wie Sie es oben gelernt haben!
  • Vergessen Sie die Grußformel, Ihren Namen und Ihre Unterschrift nicht! (TIPP: hinter „Mit freundlichen Grüßen“ steht nie ein Komma!)
  • Darunter kommt das Wort Anlage, das Sie „fett“ und/ oder „unterstrichen“ markieren sollten. Achtung: Sie sollten die Anlagen nicht (mehr) einzeln aufführen, jeder Personalverantwortliche weiß, was als Anlagen in eine Bewerbungsmappe gehört!


Hinweis:
Wir wählten hier die klassische Form des Anschreibens, mit der man immer richtig liegt (vergleiche Musterbewerbung01) Abweichungen sind in einem gewissen Rahmen möglich. Die grundsätzlichen, formalen Kriterien müssen aber immer eingehalten werden und eine innovative Bewerbung sollte zu dem Unternehmen passen, bei dem man sich bewirbt (vergleiche Musterbewerbung 02 und 03). Und das wichtigste ist, dass die Bewerbung dann auch zu Ihnen passt!



Alle Texte: Anne Kunst
Stand 03.Juni 2009

© by acara-online




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