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Der tabellarische Lebenslauf

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Der tabellarische Lebenslauf

stellenanzeige.jpgDer tabellarische Lebenslauf ist neben dem Anschreiben, das wichtigste Dokument der schriftlichen Bewerbungsunterlagen.

Passend zur Stellenanzeige
Viele Personalverantwortliche lesen das Anschreiben erst, wenn die Lebenslaufanalyse diesen Aufwand rechtfertigt. Optimal ist es, den Lebenslauf in wesentlichen Teilen jeweils individuell auf das Ziel, wie z.B. eine bestimmte Stellenanzeige auszurichten. Zur Erstellung optimaler Bewerbungsunterlagen empfiehlt es sich daher dringend, den Lebenslauf vor dem Bewerbungsanschreiben zu erstellen.


Personalverantwortliche sind meist darin geschult, zu erkennen, ob Stellen in deinem Lebenslauf speziell auf den Betrieb oder z.B. auf die Ausbildungsstelle zugeschnitten sind. Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Lebenslauf zu erstellen und dann kritiklos jeder neuen Bewerbung beizulegen.

Aber Achtung:
Der Lebenslauf muss mit dem Ort und dem aktuellen Datum versehen, handschriftlich unterschrieben werden! stellenangebot_mitmarker.jpgAber: Massenausdrucke, auf denen das Datum handschriftlich eingetragen wird, sind nicht zu empfehlen!


Die „amerikanische“ Form
Wie bei dem Anschreiben auch, haben sich inzwischen verschiedene Formen und Variationen der Lebenslaufgestaltung herauskristallisiert. Beim Lebenslauf unterscheidet man hauptsächlich die deutsche und die amerikanische Version. Für ältere Bewerber oder für Bewerber, die z. B. durch Arbeitslosigkeit, Familienphasen oder längere Klinikaufenthalte viele Lücken im Lebenslauf haben, eignet sich eher die amerikanische Version des Lebenslaufs. Der Blick des Lesers fällt sofort auf die neuesten, aktuellen Tätigkeiten, während Ausbildungs- und Schulzeiten in den Hintergrund rücken und als Letztes (wenn überhaupt noch) genannt werden.


Die „deutsche“ Form
Wir empfehlen für Auszubildende und junge Arbeit suchende die klassische „deutsche“ Form, die dem Lauf des Lebens von der Geburt bis heute folgt. Sie bietet einen guten systematischen Überblick und eignet sich für eine Ausbildungsplatzbewerbung viel besser als die „amerikanische“ Art der Lebenslaufgestaltung, die mit der aktuellen beruflichen Situation beginnt und dann chronologisch, die Schulbildung irgendwann zum Schluss beinhaltet - das ist für eine Ausbildungsplatzsuche gänzlich ungeeignet.


Aber auf jeden Fall: Passend zur Tätigkeit!
Grundsätzlich gilt aber: Gestalte deine Bewerbung und auch den Lebenslauf passend zur angestrebten Tätigkeit. (Bei einem jungen, kreativen Unternehmen, das einen innovativen Mediengestalter sucht, wirst du mit einer klassischen Bewerbung wohl kaum punkten... Ansonsten ist die klassische Bewerbung meist die richtige Wahl und auch bei einer innovativen Bewerbung müssen die grundsätzlichen Kriterien erfüllt sein!)


Ein guter Lebenslauf

Was ist es nun, was einen guten Lebenslauf ausmacht?
Hier die wichtigsten Kriterien, wobei wir wieder einmal auch die häufigsten Fehler benennen.

Und ein wichtiger Tipp vorweg: In den Lebenslauf gehören keine nicht erfragten und allzu persönlichen Angaben. Versetzen Sie sich in die Lage Ihres potenziellen Arbeitgebers!


WAS IST RICHTIG?

  1. Dein Lebenslauf muss einen systematischen Überblick über die persönlichen Daten und den schulischen sowie beruflichen Werdegang bieten. Außerdem werden in ihm besondere Kenntnisse und Interessen benannt, die für den Ausbildungsplatz oder die Arbeitsstelle wichtig sind.
  2. Alle Daten sind chronologisch (also: zeitlich geordnet) und übersichtlich!
  3. Es bestehen keine Lücken in der zeitlichen Abfolge!
  4. Die Gestaltung der einzelnen Rubriken wie Schulausbildung/ Zivildienst/Beruflicher Werdegang sind frei gestaltbar. Wichtig ist, die zeitliche Reihenfolge einzuhalten.
  5. Der Lebenslauf sollte maximal 2 Seiten umfassen. Eine DIN A4 Seite wäre schöner! (Zwei Seiten sind nur dann angebracht, wenn Sie bereits sehr viel gemacht haben und Zusammenfassungen nicht möglich sind.)
  6. Es ist wichtig, weißes, ungelochtes Papier zu benutzen und auf einen guten Ausdruck zu achten!
  7. Man sollte unbedingt den gleichen Schrifttyp (z.B. „Arial“) wie im Anschreiben benutzen (außerdem: 11-12 cpi Schriftgröße und idealerweise 1 ½ Zeilenabstand)


WAS IST FALSCH?

  1. Nicht einheitlich strukturiert und deshalb schlecht lesbar.
  2. Zeitliche Reihenfolge nicht eingehalten.
  3. Es wurden nicht relevante Angaben gemacht. Solche, die nur relevant sind, wenn Sie für die Arbeitsstelle wichtig sind. So interessiert die Religionszugehörigkeit nur, wenn man sich beispielsweise bei einer kirchlichen bzw. religiösen Organisation bewirbt.
  4. Die Staatsangehörigkeit wurde extra aufgeführt, obwohl der Nachname und der Geburtsort keine Fragen aufwerfen. Auch lange Auslandsaufenthalte sind nicht erkennbar.
  5. Die Muttersprache wurde unter der Rubrik „Sprachkenntnisse“ aufgeführt. Dies gehört dort aber nicht hin, außer man kann die Muttersprache gar nicht aus dem Lebenslauf erkennen!
  6. Eine Schulnote 1 im Fach Biologie wurde extra aufgeführt, obwohl die Bewerberin eine Ausbildung zur Industrieelektronikerin anstrebt.
  7. Frühere Arbeitgeber wurden namentlich nicht benannt. Dies ist jedoch Pflicht!
  8. Der Lebenslauf weist Lücken auf. Vorsicht: Erfahrene Personalchefs prüfen Deinen Lebenslauf meist erst einmal auf Lücken.
  9. Der Lebenslauf wurde handschriftlich erstellt. Bitte tun Sie dies nur nach ausdrücklicher Aufforderung!


Muss das Foto eigentliche auf den Lebenslauf?

Nein! Grundsätzlich besteht immer die Möglichkeit, mit einem schönen Deckblatt zu beginnen. Hier gibt es formal keine Standards. Du kannst Deiner Kreativität freien Lauf lassen! Trotzdem sollte das Deckblatt nur Informationen enthalten, die für die Bewerbung notwendig sind, wie in der Regel das Foto und die persönlichen Daten oder auch den Betreff!

Ob man ein Deckblatt benutzen will oder nicht, ist Geschmackssache! Wichtig ist nur, dass die Bewerbungsmappe nur ein Foto enthält! Klebt man das Foto also auf das Deckblatt, lässt man es beim Lebenslauf einfach weg.


Was gehört in einen Lebenslauf?     

Persönliche Daten


  • Vor- und Zuname
  • Anschrift mit Telefon und eventuelle der Emailadresse (falls diese jedoch schon auf dem Deckblatt steht, bitte nicht noch einmal aufführen)
  • Geburtsdatum und -ort (bitte danach nur bei Ausländern: die Staatsangehörigkeit)
  • Familienstand („ledig“ oder „verheiratet“ ist ausreichend, es interessiert nicht, ob sie beispielsweise „getrennt leben“


Achtung: Diese vier Inhalte sind zwingend erforderlich und die einzigen Daten, die in genau dieser Reihenfolge im Lebenslauf stehen müssen.

Zu den persönlichen Daten, kann man noch freiwillige Angaben machen, was man jedoch nur tun sollte, wenn es von Vorteil ist (z.B. wenn man Tischler werden möchte und der Vater Tischler ist oder wenn man sich bei einer kirchlich gebundenen, katholischen Organisation bewirbt und katholisch ist.)

  • Zahl und Alter der Kinder
  • Religion (nur wenn dies für den Arbeitgeber relevant ist)
  • Name und Beruf des Ehepartners
  • Name und Beruf der Eltern


Für alle weiteren Angaben gilt, wenn sie zutreffend sind: Sie müssen mit den zutreffenden Zeitangaben chronologisch geordnet werden!!


Foto

  • Ein gutes Passbild (auf der Rückseite mit Ihrem Namen versehen) klebst du am besten mit zwei Klebepunkten rechts oben in die Ecke des Lebenslaufs (Rand lassen nicht vergessen). Noch besser ist es aber, das Foto auf ein extra Deckblatt zu kleben.



Schulausbildung

  • Besuchte Schultypen und Ort
  • Schulabschluss (wenn von Vorteil mit Abschlussnote)


Berufsausbildung

  • Art der Berufsausbildung
  • Abschluss/ Berufsbezeichnung
  • Ausbildungsstätte und Ortsangabe



Studium

  • Studienrichtung
  • Schwerpunkte (nur bei wenig Berufspraxis)
  • Hoch- bzw. Fachhochschulen und Abschlüsse (wenn von Vorteil mit Abschlussnote)


Wehr- bzw. Zivildienst

  • Einheit/ Institution (muss beim Wehrdienst nicht sein)
  • Ortsangaben


Berufspraxis

  • Berufsbezeichnung
  • Position und Aufgabenbereich (nur wenn von Vorteil mit Kurzbeschreibung)
  • Arbeitgeber und Ortsangabe
TIPP: Gib bei längerfristigen oder mehreren kurzzeitigen Arbeitsstellen, einen Grund für dein Ausscheiden an (z.B. Zeitvertrag, konkursbedingte Vertragsauflösung, Wohnortwechsel, etc.). Tu dies aber nur, wenn es für dich „günstig“ ist, lass es sonst besser weg!


Praktika

  • Angaben wie oben bei der Berufspraxis


Weiterbildungen

  • Berufliche und außerberufliche Kurse, Seminare oder Workshops, die für die Ausbildungsstelle oder die Arbeitsstelle relevant sind. (Längere Zusatzausbildungen jedoch auf alle Fälle angeben. Achtung: Diese Weiterbildungen müssen in aller Regel durch Zertifikate, Teilnahmebescheinigungen etc. belegt werden).
Besondere Kenntnisse (Wenn noch nicht unter Weiterbildungen angeführt.)
  • Fremdsprachen (eventuell mit der Angabe der Beherrschung „Grundkenntnisse“, „fließend“, „verhandlungssicher“)
  • EDV/ PC- Kenntnisse, bitte genau bezeichnen (z. B. MS-Office, Java...)
  • Führerscheine, aber auch nur, wenn sie für die angestrebte Position erforderlich sind.


Sonstiges

  • Auslandsaufenthalte
  • Familienphasen
  • Ehrenamtliches/ soziales Engagement


Hobbys

  • Überlege gut, welche Hobbys im beruflichen Zusammenhang von Interesse sind! Welche Hobbys blegen deine Fertigkeiten und Fähigkeiten? (Jahrelanges Klavierspielen sagt etwas über deine gute Disziplin aus.).Welche Hobbys schrecken einen Arbeitgeber eher ab und gehören nicht in den Lebenslauf? („Risikosportarten“ oder „Abhängen“...).


Das absolute MUSS: Der Abschluss

  • Unter alle Angaben kommt linksbündig, möglichst mit dem PC geschrieben, der Ort und das Datum (beides wird durch ein Komma getrennt).
  • Darunter unterschreiben Sie bitte! Möglichst mit blauer Tinte! Achtung: Die Tinte gut trocknen lassen, verschmierte Lebensläufe müssen noch einmal erstellt werden!


Die Checkliste zum Lebenslauf!

  1. Ist der Lebenslauf systematisch gegliedert und hat er ein gutes Layout?
  2. Kann man Ihren Lebenslauf schnell lesen und verstehen?
  3. Befinden sich auch keine Lücken im Lebenslauf?
  4. Wurden arbeits- und lernfreie Zeitspannen, die „Lücken“ im Lebenslauf bilden, sinnvoll und zielgerichtet genutzt? (Z. B. ehrenamtliche oder häusliche Tätigkeiten, Fortbildungskurse...oder wurden z. B. Hinweise darauf gegeben, dass man sein Leben seit einer Entziehungskur wieder im Griff hat. (Aber Achtung: Sie müssen solche Wahrheiten aber nicht preisgeben.)
  5. Wurden Aktivitäten neben Ausbildung- bzw. Arbeitzeiten nur genannt, wenn diese berufsrelevant sind?
  6. Decken sich die Angaben im Lebenslauf mit dem, was Sie im Anschreiben formulieren möchten?
  7. Haben Sie für die meisten angegebene Weiterbildungen und alle sonstigen Abschlüsse (Schulzeugnis...) Belege?
  8. Haben Sie den Lebenslauf von jemandem Korrektur lesen lassen? Rechtschreib- Grammatik- und Zeichensetzungsfehler sollten dringend vermieden werden!
  9. Hat derjenige, der Korrektur gelesen hat, auch inhaltlich alles verstanden? Konnte er einen Bezug zu der angestrebten Position im Betrieb herstellen?
  10. Ist der Lebenslauf unterschrieben und mit dem Ort und dem aktuellen Datum versehen?


Text: Anne Kunst

© by acara-online




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